Archiv der Kategorie: Betrieb & Vorbild

Spezielle Fahrzeuge zum Rangieren

In den USA sind Eigenbauten und Umbauten durch die eigenen Werkstätten der verschiedenen Bahngesellschaften für spezielle Zwecke ganz normal. Was von der Industrie nicht von der Stange geliefert werden kann oder wenn für lokale Besonderheiten etwas benötigt wird, dann baut man es sich halt selbst aus alten Wagen oder Lokomotiven. Hier sind die Amerikaner doch sehr pragmatisch.

Yard Slug / Road Slug

Beim Rangieren im niedrigen Geschwindigkeitsbereich können Lokomotiven ihre installierte Motorleistung aufgrund physikalischer Grenzen nicht vollständig nutzen. Aus diesem Grund werden beim Rangieren von schweren Rangiereinheiten teils Mehrfachtraktionen benötigt. Dies ist jedoch unwirtschaftlich, da mehrere vollwertige Lokomotiven mit entsprechend höheren Kraftstoffverbrauch im Einsatz sind.

Da, wie bereits erwähnt, die meisten Lokomotiven im niedrigen Geschwindigkeitsbereich nicht ihre volle Leistung ausnutzen, hat man in den USA sich überlegt, aus alten Lokomotiven sogenannte Yard Slugs (zum Einsatz nur im Yard) bzw. Road Slugs (zum Einsatz auch bei Übergabefahrten auf der Strecke) zu bauen. Dazu werden aus diesen Lokomotiven die Dieselmotoren und Generatoren sowie die Führerstände entfernt. Es verbleibt die Traktionstechnik in Form von Motorsteuerung, Fahrmotoren sowie dazugehörigen Komponenten wie z.B. Lüfter. Auch die Bremsanlage bleibt komplett erhalten zusammen mit dem Luftpresser. Die Stromversorgung erfolgt nun von der mit dem Slug gekuppelten Lokomotive (Mother Slug), welche dafür mit extra Anschlüssen an einer oder auch beiden Lokfronten für den Abgriff der Stromversorgung vom Generator ausgerüstet sind.

Wenn es sich um einen Yard Slug handelt, wurden die Aufbauten der Lokomotiven meistens komplett entfernt und neue Hauben in flacher Bauform auf die verbliebene Technik gesetzt, damit die Sicht vom Führerstand der Mother Slug frei bleibt und bei den häufigen Richtungswechseln nicht stört. Bei Road Slugs hat man dagegen meistens darauf verzichtet und lediglich die Fenster der Führerstände verschlossen.

Der Nutzen dieser Slugs, welche sowohl auf Basis von vier- als auch als von sechsachsigen Lokomotiven gebaut werden, besteht darin, dass zum einen die verfügbare Motorleistung vollständig genutzt werden kann und somit eine hohe Zugkraft im Rangierbetrieb verfügbar ist. Zum anderen führt dies auch zu Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch.

Im Modell war meistens Selbstbau angesagt, wozu man ebenfalls vorhandene ältere Lokomotiven nutzen konnte. Mittlerweile gibt es aber auch von diversen Herstellern Modelle sowohl von Yard als auch von Road Slugs.

Remote Control Caboose

Funkferngesteuerte Lokomotiven sind keine Erfindung der Neuzeit, bereits seit den 80er Jahren kannte man schon die Vorteile vom Ein-Mann-Betrieb beim Rangieren mittels Funkfernsteuerung, jedoch war die Technik recht teuer und benötigte viel Platz in der Lokomotive, womit eine wirtschaftliche Ausrüstung vieler oder sogar aller Lokomotiven nicht praktikabel war. Stattdessen dachten sich findige Bahngesellschaften die Idee der Remote Control Caboose aus. Hierbei wurde die notwendige Funkausrüstung in einen ausgedienten Caboose eingebaut, welcher dann über die bei fast allen Lokomotiven vorhandene und genormte Mehrfachtraktionssteuerung (MU) mit einer Lokomotive gekuppelt wurde. Nun konnte diese Lokomotive über die im Caboose eingebaute Funkfernsteuerung bedient werden.

Die Caboose erhielten neben der Funkausrüstung noch beidseitig Headlights, Strobe auf dem Dach oder an der Seite, Signalhorn und Glocke, an beiden Wagenenden die notwendigen Kabel- und Druckluftanschlüsse, sowie Dachklimageräte zur Kühlung der Funkausrüstung. Damit für die gesamte Ausrüstung genügend Strom zur Verfügung steht, wurden meistens noch kleine Notstromaggregate eingebaut.

Meistens waren diese Caboose an großen Yards fest stationiert, wurden aber manchmal auch für Einsätze zur Bedienung von bestimmten Streckenabschnitten fest zugeteilt. Der Vorteil ist, dass die eingesetzten Lokomotiven weiterhin frei im gesamten Netz eingesetzt werden konnten und nicht für spezielle Aufgaben extra vorgehalten werden mussten.

Remote Control Sled

Eine Weiterentwicklung stellt der Remote Control Sled dar, welcher neben der Funkfernsteuerung noch einen weiteren Zusatznutzen bietet. Diese Remote Control Sleds wurden auf der Basis alter Flat Cars bzw. Bulkhead Flat Cars umgebaut. Neben der mittlerweile schon deutlich kompakter gewordenen Funkfernsteuerungstechnik besitzt der Wagen eine komplette Druckluftbremsanlage wie eine Lokomotive. Zusätzlich ist der Wagen mittels schwerer Gewichte annähernd so schwer wie eine Lokomotive gemacht worden.

Diese Sleds werden überwiegend in Yards eingesetzt, wo schwere Rangiereinheiten zu bewegen sind. Beim Rangieren wird überwiegend auf den Einsatz der Zugbremse verzichtet, jedoch ist das Gewicht der Rangiereinheit durch die Bremskraft der Lokomotive begrenzt. Durch das Kuppeln der Lokomotive mit dem Sled wird neben der Funkfernsteuerung zusätzlich die Bremskraft derart erhöht, als würde man mit einer zweiten Lokomotive bremsen. Somit können längere und schwerere Rangiereinheiten bewegt werden.

Control Chief MU&Go

Mit immer kompakter werdender Elektronik passt mittlerweile eine Funkfernsteuerung in einen kleinen Schaltschrank. Es gibt einige Hersteller, die kompakte Anlagen zum Anbringen am Geländer an der Lokfront anbieten. An die Geräte werden dann nur noch die MU-Kabel sowie die Druckluftverbindungen angeschlossen. So kann innerhalb von 10 bis 15 Minuten eine Lokomotive auf Funkfernsteuerung umgestellt werden.

Im Modell gibt es diese Art von Funkfernsteuerung von MAC Rail Products.

Shoving Platform / Riding Platform

Vielerorts in den Staaten werden Anschlüsse teilweise mit geschobenen Zugfahrten über lange Strecken bedient. Um in diesem Fall dem Conductor oder dem Engineer (bei Verwendung von Funkfernsteuerung) einen sicheren Stand während der langen Fahrt zu bieten, wurden ehemalige Caboose zu Shoving bzw. Riding Platform umgebaut. Dabei wurde eingentlich nicht viel am Wagen geändert. Die Fenster wurden verschlossen und die Inneneinrichtung entfernt.

Im Modell gibt es diese zum Beispiel von Atlas, aber im Grunde sind mit wenig Aufwand alle Caboose so umbaubar. Hier lohnt sich einfach ein wenig Vorbildrecherche.

Remote Control Caboose

Zugegeben, als ich vor einiger Zeit auf ein Vorbildfoto des Remote Control Caboose der Montana Rail Link gestoßen bin, war ich recht ratlos was dies sein sollte. Nach einiger Recherche fand ich dieses Vorbild so interessant und passend für mein Anlagenthema, dass ich mich an einen Nachbau begeben habe.

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Betrieb am Bahnübergang / Grade Crossing

Bahnübergänge bzw. Grade Crossings sind betrieblich immer eine Herausforderung. Im „General Code of Operating Rules“ sind diverse Regelungen zu diesem Thema zu beachten. Anhand dem Beispiel auf meiner Anlage möchte ich zeigen, wie diese im Modell umgesetzt werden können.

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